HPV-Impfung Erwachsene: Kosten, Wirksamkeit & Krankenkasse

Die HPV-Impfung für Erwachsene ist in Deutschland auch nach dem 18. Lebensjahr möglich und kann vor verschiedenen Krebsarten schützen. Während die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung primär für Jugendliche empfiehlt, können sich auch Erwachsene gegen Humane Papillomviren impfen lassen – allerdings meist auf eigene Kosten oder durch spezielle Krankenkassenleistungen.

Was ist die HPV-Impfung und warum ist sie wichtig?

Die HPV-Impfung schützt vor Humanen Papillomviren, die verschiedene Krebsarten verursachen können. In Deutschland stehen derzeit zwei Impfstoffe zur Verfügung: Gardasil 9, der vor neun HPV-Typen schützt, und Cervarix gegen zwei Hochrisiko-HPV-Typen. Die Impfung kann Gebärmutterhalskrebs, Anal-, Penis- und Kopf-Hals-Tumoren verhindern.

Humane Papillomviren sind weltweit die häufigste sexuell übertragbare Infektion. Über 80% aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit mindestens einem HPV-Typ. Während die meisten Infektionen harmlos verlaufen, können bestimmte Hochrisiko-HPV-Typen zu Krebs führen, insbesondere die Typen 16 und 18, die für etwa 70% aller Gebärmutterhalskrebsfälle verantwortlich sind.

HPV-Impfung für Erwachsene: Wirksamkeit und Altersgrenze

Die HPV-Impfung bei Erwachsenen ist grundsätzlich bis ins hohe Alter möglich, jedoch nimmt die Wirksamkeit mit zunehmendem Alter ab. Der Grund liegt darin, dass die meisten Menschen bereits Kontakt mit HPV-Viren hatten. Studien zeigen, dass die Impfung bei Erwachsenen zwischen 27 und 45 Jahren noch einen gewissen Schutz bieten kann, insbesondere wenn sie noch nicht mit allen im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen infiziert waren.

Die HPV-Impfung mit 50 Jahren kann in besonderen Fällen noch sinnvoll sein, etwa bei immungeschwächten Personen oder bei Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern. Eine individuelle Beratung durch den Arzt ist in diesem Alter besonders wichtig, um das persönliche Nutzen-Risiko-Verhältnis zu bewerten und mögliche Vorerkrankungen zu berücksichtigen.

Wirksamkeit der HPV-Impfung bei Erwachsenen

Die Wirksamkeit der HPV-Impfung bei Erwachsenen liegt deutlich unter der bei Jugendlichen. Während bei Jugendlichen eine Schutzwirkung von bis zu 100% gegen die im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen erreicht wird, beträgt sie bei Erwachsenen zwischen 27 und 45 Jahren etwa 50-70%. Dies liegt daran, dass bereits bestehende HPV-Infektionen durch die Impfung nicht behandelt werden können.

Besondere Situationen für die Impfung im Erwachsenenalter

Eine HPV-Impfung über 30 kann besonders empfehlenswert sein bei: neuen Partnerschaften nach längerer Beziehung, immungeschwächten Personen, Menschen mit HIV-Infektion oder nach einer Organtransplantation. Auch bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), wird die Impfung bis zum 26. Lebensjahr von der STIKO empfohlen und kann darüber hinaus individuell sinnvoll sein.

HPV-Impfung Kosten für Erwachsene in Deutschland

Die HPV-Impfung Kosten für Erwachsene variieren je nach Impfstoff und Anbieter. Gardasil 9 kostet pro Dosis etwa 160-180 Euro, für die vollständige Grundimmunisierung werden zwei bis drei Dosen benötigt. Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf 320-540 Euro. Zusätzlich fallen Arztkosten für Beratung und Impfung an, die weitere 30-50 Euro pro Termin betragen können.

Private Krankenversicherungen übernehmen die HPV-Impfung Erwachsene Kosten häufig vollständig, während gesetzliche Krankenkassen in der Regel nur bis zum 18. Lebensjahr bezahlen. Einige gesetzliche Krankenkassen bieten jedoch Satzungsleistungen an, die eine Kostenübernahme auch im Erwachsenenalter ermöglichen. Eine vorherige Anfrage bei der eigenen Krankenkasse ist daher empfehlenswert.

Kostenübernahme durch die AOK und andere Krankenkassen

Die HPV-Impfung Erwachsene AOK wird als Satzungsleistung von verschiedenen AOK-Landesverbänden übernommen. So bezahlt beispielsweise die AOK Baden-Württemberg die Impfung bis zum 26. Lebensjahr, die AOK Bayern bis zum 25. Lebensjahr. Auch andere Krankenkassen wie die Techniker Krankenkasse, Barmer oder DAK-Gesundheit bieten teilweise erweiterte Leistungen über die STIKO-Empfehlungen hinaus an.

Erstattungsmöglichkeiten und Anträge

Für eine Kostenerstattung der HPV-Impfung sollten Versicherte vor der Impfung einen Antrag bei ihrer Krankenkasse stellen. Dabei ist eine ärztliche Befürwortung der Impfung hilfreich. Falls die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, können die Ausgaben als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie den zumutbaren Eigenanteil übersteigen.

HPV-Impfung für erwachsene Männer

Die HPV-Impfung Erwachsene Männer gewinnt zunehmend an Bedeutung, da auch Männer von HPV-bedingten Krebsarten betroffen sein können. Dazu gehören Anal-, Penis- und Kopf-Hals-Tumoren sowie Genitalwarzen. Seit 2018 empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung auch für Jungen zwischen 9 und 14 Jahren, bei versäumter Impfung bis zum 17. Lebensjahr.

Erwachsene Männer können sich auch über das empfohlene Alter hinaus impfen lassen. Besonders Männer über 30 mit neuen Sexualpartnern oder immungeschwächte Männer profitieren möglicherweise noch von der Impfung. Die Kosten und Kostenübernahme entsprechen dabei den gleichen Regelungen wie bei Frauen. MSM wird die Impfung von der STIKO bis zum 26. Lebensjahr besonders empfohlen.

Nebenwirkungen und Sicherheit der HPV-Impfung

Die HPV-Impfung Nebenwirkungen sind in der Regel mild und vorübergehend. Zu den häufigsten Reaktionen gehören Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, die bei etwa 80% der Geimpften auftreten. Systemische Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder leichtes Fieber betreffen etwa 10-15% der Geimpften und klingen meist innerhalb weniger Tage ab.

Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten und treten bei weniger als 0,1% der Geimpften auf. Das Paul-Ehrlich-Institut überwacht kontinuierlich die Sicherheit der HPV-Impfstoffe in Deutschland. Seit der Einführung wurden weltweit über 300 Millionen Dosen verabreicht, wodurch umfangreiche Sicherheitsdaten zur HPV-Impfung vorliegen, die ihre gute Verträglichkeit bestätigen.

Impfschema und Durchführung bei Erwachsenen

Das Impfschema für Erwachsene unterscheidet sich je nach Alter bei der ersten Impfung. Erwachsene ab 15 Jahren erhalten grundsätzlich drei Impfdosen: die erste Dosis zum Zeitpunkt 0, die zweite nach 1-2 Monaten und die dritte nach 6 Monaten. Bei Personen zwischen 9 und 14 Jahren reichen zwei Dosen im Abstand von mindestens 5 Monaten aus.

Die HPV-Impfung wird intramuskulär in den Oberarm verabreicht. Eine Auffrischungsimpfung ist nach aktueller Studienlage nicht erforderlich, da die Antikörperspiegel auch Jahre nach der Impfung ausreichend hoch bleiben. Bei immungeschwächten Personen kann jedoch eine individuelle Überprüfung des Impfschutzes und gegebenenfalls eine zusätzliche Dosis sinnvoll sein.

Besonderheiten bei der Impfung über 40

Die HPV-Impfung über 40 erfordert eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. In diesem Alter ist die Wahrscheinlichkeit einer bereits bestehenden HPV-Infektion hoch, wodurch die Wirksamkeit der Impfung begrenzt ist. Dennoch kann sie in bestimmten Situationen sinnvoll sein, etwa bei neuen Partnerschaften oder besonderen Risikofaktoren. Eine ausführliche ärztliche Beratung ist unerlässlich.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Absolute Kontraindikationen für die HPV-Impfung sind schwere allergische Reaktionen gegen Impfstoffbestandteile und akute schwere Erkrankungen mit Fieber. Eine Schwangerschaft ist ebenfalls eine Kontraindikation, obwohl bisherige Daten keine Hinweise auf schädliche Auswirkungen zeigen. Stillende Frauen können jedoch geimpft werden, da keine Übertragung über die Muttermilch erfolgt.

Schutzwirkung und Krebsprävention

Die HPV-Impfung bietet umfassenden Schutz vor verschiedenen Krebsarten. Gebärmutterhalskrebs kann zu 70% durch die Typen 16 und 18 verhindert werden, die in allen verfügbaren Impfstoffen enthalten sind. Gardasil 9 schützt zusätzlich vor weiteren onkogenen HPV-Typen und kann somit 90% aller Gebärmutterhalskrebsfälle verhindern.

Neben Gebärmutterhalskrebs schützt die Impfung auch vor anderen HPV-bedingten Krebsarten: Analkrebs (90% Schutzwirkung), Vulva- und Vaginalkrebs (70-80%), Peniskrebs (60-70%) und Kopf-Hals-Tumoren (60-70%). Die Schutzwirkung vor Genitalwarzen beträgt über 90% für die entsprechenden HPV-Typen 6 und 11, die in Gardasil 9 enthalten sind.

Kombination mit Vorsorgeuntersuchungen

Die HPV-Impfung ersetzt nicht die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, sondern ergänzt sie optimal. Auch geimpfte Frauen sollten weiterhin regelmäßig zur Krebsfrüherkennung gehen, da die Impfung nicht vor allen krebserregenden HPV-Typen schützt. In Deutschland haben Frauen ab 20 Jahren Anspruch auf jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen, ab 35 Jahren wird alle drei Jahre ein kombinierter Abstrich mit HPV-Test durchgeführt.

Für Männer gibt es keine spezifischen HPV-Vorsorgeuntersuchungen, jedoch sollten Veränderungen im Genitalbereich ärztlich abgeklärt werden. Bei MSM wird eine regelmäßige Kontrolle des Analbereichs empfohlen, da hier das Risiko für HPV-bedingte Krebserkrankungen erhöht ist. Die Kombination aus Impfung und Vorsorge bietet den bestmöglichen Schutz vor HPV-bedingten Erkrankungen.

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Antworten auf Ihre Fragen zu hpv impfung erwachsene

Kann man sich als Erwachsener noch gegen HPV impfen lassen?

Ja, die HPV-Impfung ist auch für Erwachsene möglich und kann bis ins hohe Alter durchgeführt werden. Die Wirksamkeit nimmt jedoch mit zunehmendem Alter ab, da die meisten Menschen bereits Kontakt mit HPV-Viren hatten. Eine individuelle Beratung beim Arzt hilft bei der Entscheidung.

Was kostet eine HPV-Impfung bei Erwachsenen?

Die HPV-Impfung kostet für Erwachsene etwa 320-540 Euro für die komplette Grundimmunisierung, je nach Impfstoff und Anzahl der benötigten Dosen. Zusätzlich fallen Arztkosten von etwa 30-50 Euro pro Termin an. Private Krankenversicherungen übernehmen oft die Kosten, gesetzliche nur in Ausnahmefällen.

Ist eine HPV-Impfung mit 50 Jahren sinnvoll?

Eine HPV-Impfung mit 50 Jahren kann in besonderen Situationen noch sinnvoll sein, etwa bei immungeschwächten Personen, neuen Partnerschaften oder besonderen Risikofaktoren. Die Wirksamkeit ist jedoch deutlich geringer als bei jüngeren Menschen, weshalb eine ausführliche ärztliche Beratung wichtig ist.

Welche Kasse zahlt die HPV-Impfung über 18?

Verschiedene gesetzliche Krankenkassen bieten als Satzungsleistung eine Kostenübernahme über das 18. Lebensjahr hinaus an. Dazu gehören einige AOK-Landesverbände, die Techniker Krankenkasse, Barmer und DAK-Gesundheit. Die genauen Altersgrenzen variieren zwischen den Kassen.

Hat die HPV-Impfung Nebenwirkungen bei Erwachsenen?

Die HPV-Impfung hat bei Erwachsenen ähnliche Nebenwirkungen wie bei Jugendlichen. Häufig sind lokale Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle (80%), seltener systemische Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit (10-15%). Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten (unter 0,1%).

Schützt die HPV-Impfung auch Männer vor Krebs?

Ja, die HPV-Impfung schützt auch Männer vor verschiedenen Krebsarten, einschließlich Anal-, Penis- und Kopf-Hals-Tumoren sowie vor Genitalwarzen. Besonders Männer, die Sex mit Männern haben, profitieren von der Impfung. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Jungen seit 2018.

Altersgruppe Wirksamkeit Kostenübernahme Besonderheiten
18-26 Jahre 70-90% Teilweise Krankenkassen Noch hohe Schutzwirkung
27-45 Jahre 50-70% Meist Selbstzahler Individuelle Beratung wichtig
Über 45 Jahre 30-50% Selbstzahler Nur bei besonderen Risiken

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